Ist ein Praktikum nach dem Abschluss sinnvoll?
Grundsätzlich gehören Praktika in die Zeit während des Studiums. Aber es gibt auch Ausnahmefälle.
Ein Praktikum nach dem Studienabschluss ist besonders für Absolventen zu empfehlen, die während des Studiums keine Gelegenheit hatten Berufserfahrung zu sammeln. Da viele Arbeitgeber für den Direkteinstieg oder bei Trainee - Programmen erste Berufserfahrung verlangen, kann diese nach dem Abschluss durch ein Praktikum nachgeholt werden. Sinnvoll ist ein Praktikum auch, wenn sich die Berufswünsche während des Studiums verändert haben.
Vorsicht vor der Praktikumsschleife
Allerdings sollten nach dem Abschluss nicht mehr als zwei Praktika absolviert werden. Mehr Praktika nach dem Abschluss wirken auf den potenziellen Arbeitgeber schnell negativ. Da dem Bewerber nicht nur fehlendes Selbstvertrauen und mangelnde Entscheidungsfreude, sondern auch Zweifel an den Fähigkeiten unterstellt werden könnten.
Kontakte knüpfen und Berufseinstieg schaffen
Der Übergang von der Universität ins Berufsleben ist gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten schwierig und animiert Absolventen dazu, freiwillige Praktika nach dem Studium zu machen. Sie hoffen so Kontakte zu knüpfen und den Berufseinstieg zu schaffen. Laut einer Studie des Bundesarbeitsministeriums von 2008 übernahmen die Unternehmen immerhin elf Prozent der jungen Beschäftigten, die ein Praktikum machten, in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Acht Prozent erhielten einen befristeten Vertrag, drei Prozent mussten erneut als Praktikanten arbeiten.
Praktikum mit Aussicht auf Festanstellung
Manche Arbeitgeber locken mit der Aussicht auf Festanstellung im Anschluss, stellen aber nach Ende des Praktikums nicht ein. Stattdessen wird der nächste Praktikant gesucht und eingestellt. Ein Hinweis auf einen solchen Arbeitgeber kann etwa sein, dass ein kleines Unternehmen viele Praktikantenstellen ausschreibt.
Ein Praktikum ist nicht immer ratsam
Grundsätzlich gilt: Absolventen, die während des Studiums durch Praktika Berufserfahrung sammeln konnten, ist von einem Praktikum abzuraten. Denn wer einen Hochschulabschluss hat, ist fertig ausgebildet. Die Universität und Praktika können nicht auf jeden Arbeitsbereich vorbereiten.
Der bessere Weg
Für Absolventen mit Berufserfahrung ist der bessere Weg in den Beruf ein Trainee-Programm oder ein bezahltes Arbeitsverhältnis. Um weitere Berufserfahrung zu sammeln und Kontakte zu knüpfen sind Aushilfs-Jobs, Vertretungs- oder Teilzeitstellen ebenso geeignet. Eine weitere Alternative zum Praktikum stellen Zeitarbeitsfirmen dar. So kann Berufserfahrung gesammelt und Chancen erhöht werden. Vor allem Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure sind bei Zeitarbeitsunternehmen begehrt.
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