Sozial- und Haftpflichtversicherung
Der Markt an Versicherungen und Beratern ist riesig und unübersichtlich. Mehr als 600 Unternehmen tummeln sich in der Branche, über 400.000 haupt- und nebenberufliche Vertreter wollen ihre Produkte an den Mann und die Frau bringen und das tun sie sehr erfolgreich.
Die Versicherungsbranche kassierte im Jahr 2010 nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mehr als 160 Milliarden Euro an Beiträgen. Dafür darf man faire Leistungen erwarten, schließlich gibt jeder Deutsche im Schnitt 1.400 Euro jährlich für Beiträge aus. Das ist eine stolze Summe, zumal der Geldbeutel von Studenten und Berufsanfängern eher klein ist. Darum ist eine individuelle Bedarfsanalyse nötig. Wenngleich das Risikoempfinden sehr subjektiv ist, so gilt doch: Existenzbedrohende Risiken sollten Sie absichern. Dazu gehören die private Haftpflichtversicherung, bei Autofahrern die Kfz-Haftpflicht, die Krankenversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung.
Private Haftpflichtversicherung: Beim Inlineskaten einen Fußgänger umgefahren, bei einem Freund am Kabel der Stereoanlage hängen geblieben und diese auf den Boden krachen lassen? Der Alltag hält viele Gelegenheiten bereit, die zu einem Versicherungsfall werden können.
Erwachsene haften in unbegrenzter Höhe für Schäden, die sie anderen Personen zufügen oder an Gegenständen verursachen. In der Regel sind in der Haftpflicht- wie auch in der Rechtsschutz- und Hausratversicherung volljährige, unverheiratete Kinder während ihrer Ausbildung – dazu zählt auch der Wehr- oder Ersatzdienst – bei ihren Eltern mitversichert, vorausgesetzt, sie verfügen noch über kein eigenes Einkommen. Bafög spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle.
Die typische Studentenbude zählt nicht als eigener Hausstand und ist bei den Eltern mitversichert. Die Entschädigung ist in der Hausratversicherung im Schadenfall normalerweise auf zehn Prozent der Versicherungssumme – maximal 12.000 Euro – begrenzt. Ist der Hausrat der Eltern also mit 70.000 Euro versichert, ständen für Schäden im Studentenhaushalt 7.000 Euro zur Verfügung. Nur wer deluxe wohnt, neue Möbel und viel hochwertiges technisches Gerät in seiner Wohnung beherbergt, sollte sich lieber extra versichern.
Besitzer von so genannten "zahmen Haustieren" und "gezähmten Kleintieren" wie Maus, Meerschweinchen und Goldfisch brauchen sich keine Sorgen zu machen. Für Hund, Katze oder Pferd brauchen deren Halter allerdings eine Tierhalterhaftpflicht, damit der Briefträger die zerrissene Hose erstattet bekommt.
Vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben ist die Kfz-Haftpflichtversicherung. Autofahrer gehen enorme Risiken ein, die abgedeckt sein müssen: Sie können andere durch einen Unfall verletzen und töten oder selbst geschädigt werden.
Sozialversicherung
Sozialversicherung meint ein staatliches Pflichtversicherungssystem, das in Deutschland in fünf Sparten gegliedert ist: gesetzliche Rentenversicherung (RV), gesetzliche Krankenversicherung (GKV), Arbeitslosenversicherung bei der Bundesagentur für Arbeit (BA), Unfallversicherung (UV) und Pflegeversicherung (PV). Nur bei der Krankenversicherung besteht Wettbewerb um Mitglieder zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und den privaten Krankenversicherern. Mit der Wahl der Krankenkasse wird zugleich die Pflegekasse bei dieser gewählt.
Die Beiträge orientieren sich an der Höhe des Bruttolohns. Zur Beitragsbemessung wird die "Beitragsbemessungsgrenze" herangezogen. Diese unterscheidet sich je nach Sparte und wird jährlich von der Bundesregierung angepasst; in der GKV liegt sie aktuell bei 3.825 Euro brutto monatlich (45.900 Euro/Jahr).(Stand: Januar 2012) Der Teil des Bruttolohns, der die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, wird nicht berücksichtigt.
Datum: 01/2012





