Anonyme Bewerbung: Die inneren Werte zählen
Kein Alter, kein Gesicht, keine Namen - die anonyme Bewerbung enthält nur Informationen über die Qualifikationen der Bewerber. Das soll die Diskriminierung von Minderheiten verhindern. Mehrere deutsche Unternehmen haben die anonyme Bewerbung getestet - ohne eindeutige Ergebnisse.
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Die anonyme Bewerbung erleichtert Jobsuchenden die Bewerbung. Sie brauchen keinen Termin beim Fotografen mehr, das Bewerbungsfoto entfällt. Angaben zum Familienstand und zur Herkunft erübrigen sich. Eine Unterschrift muss auch nicht mehr sein. Da sich aus Jahreszahlen das Alter eines Bewerbers errechnen lässt, enthält die anonyme Bewerbung außerdem nur Angaben über die Gesamtdauer einzelner Lebensabschnitte.
Mehr Anonymität = mehr Arbeit
Am Pilotprojekt, das am 25.11.2010 startete, beteiligten sich fünf Unternehmen und drei öffentliche Verwaltungen. Deutsche Post, Deutsche Telekom, L´Oréal, Mydays und Procter & Gamble führten in bestimmten Bereichen anonyme Bewerbungen ein. Sie verzichteten dafür auf jegliche persönliche Daten der Bewerber. Für das Projekt mussten die Unternehmen nicht nur das Bewerbungsverfahren umstellen, sondern auch mehr Zeit für die Personalsuche einplanen.
Im Rahmen des einjährigen Pilotprojektes resultierten aus deutschlandweit 8.500 Bewerbungen 246 Arbeits-, Ausbildungs- und Studienplätze. Die Unternehmen und Behörden testeten dabei verschiedene Anonymisierungs-Verfahren.
Ob die Studie tatsächlich beweist, dass anonyme Bewerbungen die Chancengleichheit erhöhen, bleibt umstritten. Denn sie ist weder repräsentativ, noch lässt sich sagen, ob die anonym ausgewählten Kandidaten nicht ohnehin den Zuschlag erhalten hätten.
Anonym bewerben - bis zum Vorstellungsgespräch
Eines erreichen anonyme Bewerbungen aber fraglos: Die erste Strecke auf dem Weg zum neuen Job ist für alle Kandidaten gleich – unabhängig von Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder Herkunft. Anschließend ist das Versteckspiel dann aber vorbei: Das anonyme Vorstellungsgespräch gibt es schließlich (noch) nicht.
Vier der fünf Unternehmen aus der Studie haben angekündigt, anonyme Bewerbungen weiter einzusetzen. Das bedeutet zwar einerseits mehr Aufwand, bietet aber andererseits die Chance, sich als offener und fairer Arbeitgeber zu präsentieren.
Datum: 04/2012









