Naturwissenschaftler: Gutes Geld
Naturwissenschaftler sind weiter gefragt. Vor allem in der Industrie können die Spezialisten mit guten Gehältern rechnen.

- Wer ein naturwissenschaftliches Fach studiert hat, gehört immer noch zur begehrten Spezies auf dem Arbeitsmarkt (Bild: Jakub Krechowicz / Fotolia.com)
In der Wirtschaftskrise mussten viele Unternehmen sparen und fuhren auch ihr Engagement bei der Suche nach akademischem Nachwuchs herunter. Naturwissenschaftler waren davon aber weniger betroffen als Absolventen anderer Fachrichtungen. Dies spiegelt sich auch in den Einstiegsgehältern für Naturwissenschaftler wieder. Nach einer Auswertung der Vergütungsberatung Personalmarkt im Juli 2010 steigen sie weiter leicht an. „Wer zu den gefragten Fachkräften gehört, kann nach wie vor ein überdurchschnittliches Gehalt aushandeln“, stellt Heike Friedrichsen von Personalmarkt fest.
Gute Gehälter winken vor allem Chemikern. Sie können auf Einstiegsgehälter zwischen 45 000 und 60 000 Euro hoffen. Die Hälfte der für Chemiker erhobenen Werte liegt innerhalb dieser Spannbreite, der Schnitt bei etwa 52 000 Euro. Nicht viel schlechter sieht es für Mediziner, Physiker, Pharmazeuten und Medizintechniker aus. Am Ende der Auswertung stehen Biologen mit einem durchschnittlichen Startgehalt von 43 000 Euro. „Wer ein naturwissenschaftliches Fach studiert hat, gehört immer noch zur begehrten Spezies auf dem Arbeitsmarkt“, kommentiert Friedrichsen die Zahlen.
Hohe Gehälter in der Industrie
Lukrativ ist ein Einstieg in der Industrie. Unternehmen aus der Chemie und Verfahrenstechnik, aus der Energiewirtschaft, der Pharmaindustrie und der Medizintechnik zahlen hier am besten. Noch großzügiger als die Industrie sind viele Beratungsgesellschaften, die das analytische Geschick von Naturwissenschaftlern honorieren. Wer sich für ein Forschungsinstitut entscheidet, muss dagegen mit finanziellen Abstrichen rechnen.
In Ballungszentren wird meist mehr gezahlt als in ländlichen Gebieten. In den Gehaltstabellen oben stehen seit Langem Baden-Württemberg, Bayern und das Rhein- Main-Gebiet. Bezogen auf die Unternehmensgröße gilt, dass Konzerne tendenziell besser zahlen als mittelständische Unternehmen. Eine Ausnahme können Mittelständler mit Bedarf an hoch spezialisierten Fachkräften sein.
Master und Doktor lohnen
Auch die Frage des Studienabschlusses spielt beim Gehalt eine Rolle. „Bachelor-Absolventen müssen mit geringeren Durchschnittsgehältern rechnen als Absolventen mit Master- und Diplom-Abschlüssen. Die Bachelor-Gehälter koppeln sich verstärkt von den Master-Gehältern ab“, erläutert Heike Friedrichsen. Das gilt besonders für Einstiegsjobs, für die spezialisierte und hoch qualifizierte Fachkräfte gesucht werden. Gerade bei Naturwissenschaftlern bleiben diese lukrativen Positionen oft Master-Absolventen vorbehalten.
Überhaupt scheint der Master-Abschluss in der Wirtschaft anzukommen: „Der Master-Abschluss wird zunehmend als Äquivalent zum Diplom-Abschluss angesehen. Zum Teil werden Master-Absolventen aber auch schon besser entlohnt als ihre Kommilitonen mit Diplom“, so Friedrichsen weiter.
Dies gilt noch mehr für Bewerber mit Promotion. Kein Wunder, denn sie ist Voraussetzung für Einstiegs positionen wie als Laborleiter.
Autor: Heinz-Peter Krieger
Datum: 9/10
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