Gehalt: Aufschwung bringt Lohnerhöhungen
Die Gehälter steigen. Führungskräfte profitieren weiterhin am meisten von Lohnerhöhungen. Aber auch Berufsanfänger dürfen sich freuen, vor allem wenn sie in der IT-Branche einsteigen.

- Gehaltserhöhungen nach dem Aufschwung: Spitzenkräfte profitieren am meisten. (Bild: Bernd Leitner / Fotolia.com)
Auch wenn sich die Konjunktur zuletzt deutlich abkühlte – im laufenden Jahr haben viele Arbeitnehmer kräftige Gehaltserhöhungen kassiert. Firmen und Unternehmen geht es nach der Finanzkrise merklich besser. Auch im Portemonnaie von Angestellten macht sich die gute Wirtschaftslage bemerkbar. Dies ist besonders erfreulich, da die Gehälter während der weltweiten Wirtschaftskrise stagnierten.
Gehälter: Nicht alle profitieren gleich
Doch nicht alle Arbeitnehmer profitieren gleich: Die Gehaltsschere öffnet sich weiter. Das spiegelt sich im aktuellen Gehaltsreport des „manager magazins“ wider. 170.000 Angestellte, Beamte und Freiberufler machten in einer anonymen Online-Befragung Angaben zu ihrem Einkommen, Beruf, Bildungsweg und ihren Zukunftsaussichten. Die Auswertungen zeigen: 28 Prozent aller Teilnehmer haben in Folge des Wirtschaftsaufschwungs eine Gehaltserhöhung bekommen und 21 Prozent konnten sich über eine freiwillige Sonderprämie freuen.
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Besonders profitierten Führungskräfte: Fast jeder Dritte erhielt eine Lohnerhöhung, die bei knapp der Hälfte sogar über fünf Prozent lag. Im Verdienstbereich von bis zu 40.000 Euro erhielten nur 19 Prozent mehr Gehalt, in der Klasse, die mehr als 100.000 Euro verdient, waren es fast 37 Prozent. Es zeichnet sich klar ab, dass die Gehaltsunterschiede – abhängig vom Ausbildungsabschluss und Branchen – stark auseinanderdriften. Spitzenkräfte sind weiter die Gewinner.
Zwischen den einzelnen Branchen gibt es deutliche Unterschiede. Fast die Hälfte der Gehälter von Führungskräften im Consulting und in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften stiegen an. In Bau- oder Handelsunternehmen erhielten 24 bzw. 28 Prozent der Beschäftigten eine Lohnerhöhung, die insgesamt deutlich niedriger ausfiel.
IT-Branche: Hohe Gehaltssteigerungen
Auffällig sind die Auswirkungen des Aufschwungs in der IT-Branche. Hier sind die Gehaltssteigerungen, bedingt durch den Fachkräftemangel, verhältnismäßig hoch, wie eine Studie der Managementberatung Kienbaum zeigt.
Die Befragung von Kienbaum ergab, dass die Unternehmen die Grundgehälter im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 3,4 Prozent angehoben haben. Kienbaum stellt fest, dass vor allem die berufliche Qualifikation Auswirkungen auf den Lohn hat. Führungskräfte, die einen Hochschulabschluss vorweisen können, erhalten bis zu 120.000 Euro, ihre Kollegen ohne Studium bekommen lediglich bis zu 106.000 Euro. Befragt wurden 6.266 Fachkräfte aus 506 Unternehmen.
Hohe Praktikantengehälter in der Pharmabranche
Auch Berufseinsteiger, Trainees und Praktikanten freuen sich über bessere Einkünfte. Dies zeigt die aktuelle Studie von Alma Mater. Praktikanten verdienen durchschnittlich über 600 Euro im Monat. Und auch hier haben die Gehälter der IT-Branche ordentlich zugelegt, sie stiegen um mehr als 16 Prozent an. Spitzenreiter sind weiterhin Praktikanten der Chemie- und Pharmabranche. Sie erhalten teilweise über 800 Euro monatlich.
Schlusslichter sind Praktikanten im öffentlichen Dienst und der Tourismusbranche, die oft nur weniger als 400 Euro Lohn bekommen. Eine ähnliche Kluft zeigt sich bei den Verdiensten von Trainees: Einsteiger bei Banken, Automobilherstellern und im Großhandel können laut Befragung von Alma Mater bis zu 40.000 Euro jährlich erhalten. Absolventen, die sich für die Medienbranche entscheiden, verdienen nur 28.000 Euro.
Autor: Julia Orgelmacher
Datum: 8/11





