Social Networks richtig nutzen
Xing-Gründer Lars Hinrichs über den karrierefördernden Umgang mit Business-Portalen.

Welche Möglichkeiten bieten Soziale Netzwerke Studenten und Absolventen für den Berufseinstieg?
Networking beginnt bereits während des Studiums. Spätestens sobald das Berufs- und Geschäftsleben für Studenten interessant wird, bieten entsprechende Plattformen die Möglichkeit, mit einem eigenen Profil professionell zu netzwerken. Neu bei XING ist der Status „Absolvent/Student“, mit dem Nachwuchskräfte ihren Bildungsweg in den Vordergrund rücken können. So können sie sich von Arbeitgebern und Kommilitonen finden lassen oder selbst nach Studienfreunden und Möglichkeiten für den Jobeinstieg suchen.
Worauf sollten Bewerber beim Erstellen ihrer Profile achten?
Wichtig ist neben einem seriösen, aussagekräftigen Foto ein sorgfältig ausgefülltes Profil. Ein lückenloser Lebenslauf ist ebenso von Vorteil wie die Angabe von Schlagwörtern in den Kategorien „Ich suche“ und „Ich biete“. Die fachlichen Kompetenzen und die beruflichen Ziele genau zu beschreiben ist entscheidend, wenn man von Arbeitgebern gefunden werden möchte. Statt mit ungefähren Begriffen wie „Einstiegsposition“ zu suchen, sollte man möglichst konkret werden – zum Beispiel mit „Einstiegsposition im Bereich Qualitätssicherung“.
Wie nutzen Unternehmen Networking-Portale zur Personalgewinnung?
Viele große internationale Unternehmen nutzen Portale wie XING, um nach neuen Mitarbeitern zu suchen. Zudem tauschen sich Mitglieder in den zahlreichen Gruppen zum Thema mit Kollegen und Experten aus. Dazu gehören die Gruppe „Bewerbung und Recruiting“ mit 27000 Mitgliedern oder die Gruppe „Human Ressources“ mit fast 12000 Mitgliedern.
Welchen Vorteil versprechen sich Unternehmen von Networking-Portalen?
Unternehmen können sich über geeignete Kandidaten mittels ihrer digitalen Visitenkarte informieren. Darüber hinaus können sie Referenzen von gemeinsamen Kontakten einholen und sich somit ein direktes Bild machen. Auf XING stellt der Marketplace für Arbeitgeber eine zusätzliche Chance dar. Mit den dort eingestellten Angeboten erreichen Personaler auch Mitglieder, die nicht aktiv auf der Suche aber offen für neue berufliche Herausforderungen sind. Der Marketplace hat sich als Jobtool etabliert: Allein im ersten Halbjahr 2008 verzeichnete er knapp fünf Millionen Klicks.
Wie verbindlich sind Angaben und Vereinbarungen auf einer virtuellen Plattform?
Die Positionierung als Business-Netzwerk ist ein wichtiger Faktor für unsere Mitglieder, die eine Vermischung von geschäftlichen und privaten Inhalten nicht wollen. Dass sie mit ihrer wahren Identität in einem professionellen Umfeld agieren, stellt eine wichtige Vertrauensgrundlage für das Knüpfen von geschäftlichen Beziehungen dar. Indem unsere Mitglieder ihr Profil als digitale Visitenkarte nutzen, suchen sie gezielt den Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern. Ihr Netzwerk dient ihnen dabei als Referenz.
Datum: 9/08
Interview: Sascha Reimann
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