Naturwissenschaftler bei der Laborarbeit

Naturwissenschaftler in der Pharmaindustrie

Naturwissenschaftler bewegen sich in der Pharmabranche zwischen Forschung, Vertrieb und politischen Vorgaben. Stephan Ladenburger, Leiter des Bereichs Klinische Forschung bei Novartis Pharma, erklärt, wie ihnen das gelingt.

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Dr. Stephan Ladenburger, Jahrgang 1975, studierte Pharmazie an der Universität Regensburg und promovierte zum Themengebiet Immunsuppressiva. Seine berufliche Laufbahn begann er 2001 als freiberuflicher Medical Advisor und Monitor im Bereich Organtransplantation, bevor er 2006 als Medical Advisor für Organtransplantation und Hepatologie zur Novartis Pharma GmbH in Nürnberg wechselte. Heute ist er dort Leiter des Bereichs Klinische Forschung Primary & Critical Care.

Dr. Stephan Ladenburger Leiter Klinische Forschung Primary & Critical Care, Novartis Pharma


Herr Ladenburger, Sie leiten bei einem der großen Pharmahersteller in Deutschland den Bereich Klinische Forschung Primary & Critical Care. Was sind Ihre Aufgaben?

Ich leite ein Team von knapp 30 hoch motivierten und hoch qualifizierten Mitarbeitern. Unser Ziel ist, den Patienten kontinuierlich verbesserte therapeutische Lösungen zu bieten. Wir arbeiten daher an der Konzeption, Durchführung und Auswertung klinischer Studien zu Krankheiten wie etwa die Lungenerkrankung COPD oder Diabetes.

Wie funktioniert das praktisch?

Wir begleiten unsere Arzneimittel über ihren kompletten Lebenszyklus, also von der ersten Anwendung beim Menschen bis zum Patentablauf. Dabei tauschen wir uns regelmäßig mit internen und externen Experten wie Ärzten aller Fachrichtungen, Behörden und Kostenträgern aus. Außerdem verfassen wir Stellungnahmen und schreiben Publikationen. Es ist also ein sehr umfang- und abwechslungsreiches Feld.

Studiert haben Sie Pharmazie. War eine Karriere in der Wirtschaft von vornherein Ihr Ziel?

Ich war zu Studienbeginn noch nicht festgelegt. Daher habe ich früh versucht, mir durch Praktika Einblicke in ganz unterschiedliche Tätigkeitsbereiche zu verschaffen. Nach dem Praktikum hatte ich dann ein konkretes Ziel vor Augen: Ich wollte Medical Advisor in der Klinischen Forschung werden.

Wie empfanden Sie die Umstellung von der Hochschulforschung zur Industrie?

Das war gar nicht so schwer. Natürlich waren die Größe des Unternehmens und die komplexen Aufgaben beeindruckend. Die Tätigkeit und auch die Strukturen und Prozesse in der Pharmaindustrie waren mir aber schon durch meine promotionsbegleitende Arbeit vertraut. Deshalb hatte ich einen vergleichsweise sanften Einstieg.

Geht das den Absolventen von heute ähnlich? 

Der Sprung ins kalte Wasser bleibt nicht vollends aus. Ich habe aber den Eindruck, dass der Großteil der Bewerber solche Herausforderungen sucht. Der Ehrgeiz, Neues kennenzulernen, ist auch ein wichtiger Erfolgsfaktor im Job.

Wie verläuft der typische Einstieg?

Um den Einstieg zu erleichtern, bieten wir möglichst individuell abgestimmte Onboarding-Prozesse, bei denen den Absolventen erfahrene Kollegen und Mentoren zur Seite stehen. Eine interessante Alternative zum Direkteinstieg bietet unser 18-monatiges Trainee-Programm. Die Trainees tauchen in ihre künftige Aufgabe ein und lernen im Rahmen von Rotationen weitere Bereiche des Unternehmens intensiv kennen.

Welche Jobs gibt es in der Pharmabranche außerhalb des Labors?

Das ist ein breit gefächertes Angebot. Allein im Bereich Medizin gibt es neben der klinischen Forschung weitere Betätigungsfelder in Abteilungen wie Arzneimittelsicherheit, Zulassung, Biometrie und dem wissenschaftlichen Info-Service. Aber auch in anderen Bereichen wie Qualitätsmanagement, Market Access und Marketing arbeiten viele Naturwissenschaftler.

Was sind derzeit die wichtigsten Trends im Pharmabereich? 

Ein großes Thema ist die individualisierte Medizin mit Lösungen, die auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Trotz der gleichen Erkrankung sind die Patienten ja Individuen und somit eine heterogene Gruppe. Eine weiterer Trend sind die stetig steigenden Kosten der Arzneimittelentwicklung bei gleichzeitig sinkendem Output an neuen Wirkstoffen. Da ist Innovation in der präklinischen und klinischen Forschung gefragt. Und wir müssen uns natürlich den aktuellen gesundheitspolitischen und -ökonomischen Entwicklungen stellen.

Wie verändert das die Anforderungen für die Mitarbeiter?

Die Aufgaben und Anforderungen werden vielfältiger, komplexer und reicher an Schnittstellen zu anderen Abteilungen und Themen. War ein Medical Advisor früher primär ein medizinisch-wissenschaftlicher Experte, muss er heute zusätzlich ein starker Kommunikator sein. Gleichzeitig sollte man fit sein für den täglichen Austausch mit anderen Abteilungen wie Gesundheitsökonomie, Marketing und der Finanzabteilung. Außerdem sollten gerade Einsteiger innovativ und kreativ sein. Das ist manchmal ein ordentlicher Spagat.

Worauf achten Sie bei Bewerbern?

Sie sollten uns in den Interviews von sich, ihren Kompetenzen und Potenzialen überzeugen. Neben der fachlichen Kompetenz achten wir auf die Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie Kreativität. Natürlich spielen auch Leistungsbereitschaft, Flexibilität und Offenheit für Veränderungen eine wichtige Rolle. Wenn der Bewerber dann noch etwas Humor mitbringt, sollte es prima passen.

Wer wird denn gesucht? 

Grundsätzlich sind wir immer auf der Suche nach Talenten. Im Fokus stehen Ärzte, Apotheker, Biochemiker und Molekularmediziner, aber auch Gesundheitsökonomen. Eine erstklassige Ausbildung, verbunden mit beruflicher Erfahrung durch Praktika, ist ein gutes Sprungbrett.

Haben Bachelor-Absolventen Chancen? 

Ja, diese Chancen gibt es. Studenten tun aber gut daran, sich frühzeitig nach Optionen zu erkundigen und Kontakte zu knüpfen.

Für welche Positionen sollte es ein Master oder eine Promotion sein?

Die Mehrheit der Akademiker im Haus hat einen Master-Abschluss, viele sogar eine Promotion. Gerade in der Medizin ist sie nach wie vor Standard, auch wenn in anderen Bereichen die Zahl der promovierten Kollegen ebenfalls deutlich zugenommen hat.

Was ist in der Pharmabranche ganz anders als die meisten glauben?

Wir haben das Glück, mit Produkten arbeiten zu dürfen, die Leben retten können. Das ist für mich ein Privileg. Auf der anderen Seite müssen wir uns aber damit auseinandersetzen, dass wir in einem solidarisch finanzierten System Gewinne erzielen müssen, um die Forschung finanzieren zu können.


Heinz Peter Krieger, Redaktion

Khakimullin_Aleksandr/Shutterstock.com

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