Banking-Gebäude: Hier ändert die Digitalisierung einiges

Banken im digitalen Wandel: Das ändert sich

Drei Dinge verändern derzeit die Banken weltweit: Digitalisierung, Digitalisierung und Digitalisierung. Und damit ändern sich auch Jobs von Bankern. Eine Studie zeigt, womit Absolventen punkten können.

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Die Digitalisierung ist für die Banken zwar kein neues Thema, aber offensichtlich hat sich der Digitalisierungsdruck mit dem Entstehen der Fintechs, Crowdfunding-Plattformen und der Nullzinspolitik noch deutlich verstärkt. So bestätigen neun von zehn Managern in der Studie „Banken im digitalen Wandel“ eine hohe und noch steigende Relevanz der digitalen Themen. Zwei Kernthemen stehen im Vordergrund:

  • Digitalisierung an der Schnittstelle zu den Kunden
  • Digitalisierung der Backend-Prozesse

Fintechs und Direktbanken

Fintechs, Crowdfunding-Plattformen und Direktbanken stoßen oft direkt in die Lücke an der Schnittstelle zu den Kunden. So hat sich der Wettbewerbs- und Investitionsdruck im Hinblick auf die Unterstützung und Integration digitaler Kanäle im Bankensektor deutlich erhöht. Um sich in dem zunehmend rauen Umfeld zu behaupten, reichen jedoch technische Investitionen – etwa Apps oder Multi-Channel-Plattformen – nicht aus, warnen die Autoren der Studie. Vielmehr müssen die Banken auch ihre Organisation und ihre Steuerungsmechanismen an das neue Umfeld anpassen.

Die gute Nachricht: Damit wandeln sich die Anforderungen an neue Mitarbeiter. „Lösungsorientiertes sowie kundenzentriertes Denken und Handeln gewinnen enorm an Gewicht“, lautet ein Fazit der Studie. Damit sollten Absolventen heute punkten (können).

Nerds und Silodenker

Wenn eine Bank ihre Agilität, Innovationsfähigkeit und Customer Experience im digitalen Zeitalter verbessern will, muss sie zuallererst Silodenken im Unternehmen aufbrechen. Dieser Anspruch zeigt sich auch in den Anforderungsprofilen bei neuen Mitarbeitern. So sind sich die befragten Bank-Manager bei ihren Präferenzen im Auswahlprozess in einem Punkt einig: Generalisten mit branchen- und themenübergreifender Erfahrung werden vielfach gegenüber ausgemachten Themen- oder Branchenspezialisten bevorzugt. Oder kurz gesagt: IT-Nerds und BWL-Silodenker von früher sind in der Bankenbranche out.

Und in noch einem Aspekt heben sich die Antworten vom herkömmlichen Muster ab: Absolventen, die bei der Adressierung neuer Themen mit ihrem Wissen glänzen können, werden von der Mehrheit der befragten Führungskräfte gegenüber erfahrenen Experten bevorzugt. „Dieses Ergebnis mag überraschen“, schreiben die Autoren, ist für sie aber sehr gut nachvollziehbar. Denn für die Dynamik im digitalen Wettbewerb bedarf es einer anderen Art des Herangehens, etwa für die Umsetzung neuer Methoden.

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Unverbrauchter Blick

Dieser neue, unverbrauchte Blick auf die Digitalisierung wird Absolventen derzeit oft eher zugetraut als erfahrenen Experten. Für Absolventen halten die Resultate der Befragung also durchaus positive Botschaften bereit: Sie haben gute Chancen, sich in dem extrem dynamischen Bankenumfeld zu etablieren. Allerdings gilt das nur, wenn sie bereits über (erstes) Fach- und Branchenwissen verfügen. Durch die Digitalisierung könnten die heutigen Studenten in der Branche somit schneller Fuß fassen als die Generation vor ihnen, sind sich die Autoren sicher.

Doch in den Aussagen stecke auch ein Widerspruch. Darauf weisen die Experten explizit hin: Branchen- und themenübergreifendes Fachwissen lässt sich nun einmal nicht von heute auf morgen erlernen. Entsprechend müssten die Studenten mit Interesse an einer Bank-Karriere schon in ihrer Ausbildung vielfältige Themen- und Branchenerfahrung sammeln.

Soft Skills von großer Bedeutung

Eine gute Nachricht für engagierte Absolventen: „In der dynamischen Bankenwelt sind die Soft Skills von immenser Bedeutung“, so die Studie. Nahezu alle der in der Befragung vorgegebenen Eigenschaften bei Mitarbeitern – von der Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme über die Kreativität bis zur Netzwerkfähigkeit – werden von der Mehrheit der Bankmanager als „sehr bedeutend“ empfunden.

Werden die Führungskräfte nach den drei wichtigsten Aspekten bei ihrer Auswahl neuer Mitarbeiter gefragt, zeigt sich: Besonders die Veränderungs- und Verantwortungsbereitschaft ist von zentraler Bedeutung. Die Führungskräfte wollten also nicht zwingend Mitarbeiter eines ganz neuen Typs, „aber eine stärkere Bereitschaft, Veränderungen zuzulassen und sich mit ihren Fähigkeiten einzubringen.“

Da sollten Bewerber ihre individuellen Skills gut präsentieren und ihre Bereitschaft betonen, Veränderungen zuzulassen und steuern zu können. Auf der anderen Seite des Schreibtischs sollte es im Bewerbungsgespräch dafür offene Ohren geben. Wenn nicht: Einfach bei der nächsten (Digital-)Bank nachfragen.

Company of the week

Thomas Friedenberger, - 21/02/2018

Creative Lab/Shutterstock.com

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